Was kostet ein eigener KI-Agent? Entwicklung, Betrieb und die Rechnung dazwischen
Woraus sich die Kosten eines KI-Agenten zusammensetzen: Entwicklungstage, Modellkosten pro Gespräch, Betrieb und Wartung. Mit einer Rechnung zum Nachmachen.
„Was kostet so ein KI-Agent?" ist meist die erste Frage im Erstgespräch. Die ehrliche Antwort: Das Sprachmodell ist selten der große Posten. Das Geld fließt in die Anbindung an deine Systeme, in Tests und in die Darstellung im Produkt. Hier ist, woraus sich die Kosten zusammensetzen, und wie du sie vorab selbst überschlagen kannst.
Die drei Kostenblöcke
- Entwicklung: einmalig. Konzept, Werkzeuge, Anbindung, Oberfläche, Tests.
- Modellkosten: laufend und nutzungsabhängig. Der Anbieter des Sprachmodells rechnet nach verarbeiteten Tokens ab.
- Betrieb: laufend. Server, Überwachung, Anpassungen an neue Modellversionen, Pflege der Wissensbasis.
Entwicklung: wo die Tage hingehen
Ich rechne mit einem festen Tagessatz von 900 € netto, deshalb lassen sich Projekte gut in Tagen beschreiben. Bei einem Agenten verteilen sie sich ungefähr so:
- Aufgabe schärfen: Welche Vorgänge, welche Daten, welche Grenzen? Dazu gehört eine Liste echter Beispielanfragen, die später als Test dient.
- Werkzeuge bauen: Jede Anbindung an ein System (Shop, Kalender, CRM, eigene Datenbank) ist eigene Arbeit. Gibt es dafür schon eine saubere API, geht es schnell. Wenn nicht, ist das der größte Posten.
- Agent und Leitplanken: Prompt, Schleife, Berechtigungen, Bestätigungen, Limits.
- Oberfläche: Chatfenster, Karten für Ergebnisse, Bestätigungsdialoge, auf dem Handy und im Web.
- Tests und Feinschliff: mit den Beispielanfragen, bis die Trefferquote stimmt.
Grob einordnen lässt sich das in drei Größen. Die Tage sind Erfahrungswerte für eine erste Orientierung, kein Festpreis:
| VORHABEN | WAS DAZUGEHÖRT | GRÖSSENORDNUNG |
|---|---|---|
| Wissens-Chatbot | Antworten aus deinen Dokumenten, ein Chatfenster, keine Schreibaktionen | einige Tage |
| Agent mit wenigen Werkzeugen | 2–5 Werkzeuge an eine vorhandene API, Bestätigungen, Tests | zwei bis vier Wochen |
| Agent tief im Produkt | mehrere Systeme, Gedächtnis, eigene Oberfläche in Web und App | ab etwa sechs Wochen |
Für dein konkretes Vorhaben bekommst du nach dem Erstgespräch ein Angebot mit Tagen pro Baustein. Einen ersten Rahmen kannst du dir im Angebot-Creator selbst zusammenstellen.
Modellkosten pro Gespräch
Modellanbieter rechnen nach Tokens ab, grob Wortteilen. Bezahlt werden die Tokens, die hineingehen (Systemprompt, Kontext, Verlauf, Werkzeugergebnisse) und, meist deutlich teurer, die, die herauskommen. Bei Agenten ist der Eingang der größere Teil: Bei jedem Schritt der Schleife wird der bisherige Verlauf erneut mitgeschickt.
Die Kosten eines Gesprächs hängen damit an vier Stellschrauben:
- Modellgröße: Kleine Modelle kosten pro Token einen Bruchteil der großen. Für Absichtserkennung und kurze Antworten reichen sie oft.
- Länge des Kontexts: Ein aufgeblähter Systemprompt wird bei jedem einzelnen Aufruf bezahlt.
- Zahl der Schritte: Drei Werkzeugaufrufe heißen vier Modellaufrufe.
- Antwortlänge: Eine Obergrenze für die Antwort ist gut für die Rechnung und meist auch für den Nutzer.
Als Größenordnung: Mit einem kleinen Modell und knappem Kontext liegt ein Gespräch oft unter einem Cent. Ein großes Modell mit vielen Schritten und langen Dokumenten kann einige Cent pro Gespräch kosten. Die aktuellen Preise stehen auf den Preisseiten der Anbieter und ändern sich regelmäßig, meist nach unten.
Eine Rechnung zum Nachmachen
So überschlage ich die Modellkosten vor einem Projekt. Die Zahlen unten sind ein frei gewähltes Beispiel, setze die Preise deines Wunschmodells ein:
Tokens pro Aufruf (Eingang) ≈ Systemprompt + Kontext + Verlauf
≈ 1.500 + 500 + 1.000 = 3.000
Aufrufe pro Gespräch ≈ 3 (zwei Werkzeuge + Antwort)
Eingang pro Gespräch ≈ 9.000 Tokens
Ausgang pro Gespräch ≈ 600 Tokens
Kosten pro Gespräch = Eingang × Preis pro Eingangs-Token
+ Ausgang × Preis pro Ausgangs-Token
Monatlich = Kosten pro Gespräch
× Gespräche pro Nutzer × aktive NutzerWichtig ist weniger die exakte Zahl als das Verhältnis: Kosten die Modellaufrufe pro Monat weniger als die Stunde eines Mitarbeiters, die der Agent einspart, ist die Frage meist beantwortet. Bei Apps mit vielen kostenlosen Nutzern lohnt dagegen ein Limit pro Nutzer, damit einzelne Vielnutzer die Rechnung nicht bestimmen.
Betrieb und Wartung
Nach dem Livegang fallen laufend an:
- Hosting und Überwachung: Der Agent läuft im vorhandenen Backend mit, der Mehraufwand ist meist klein.
- Modellwechsel: Anbieter stellen ältere Modelle ein. Mit einer vorhandenen Testliste ist der Umstieg ein Nachmittag, ohne sie ein Risiko.
- Auswertung: Wo hängt der Agent, welche Anfragen kann er nicht? Daraus entstehen die nächsten Werkzeuge.
Das deckt eine monatliche Betreuung ab. Bei mir beginnt sie bei 300 € im Monat, der Rahmen richtet sich nach dem Umfang.
Wo man sinnvoll spart
- Klein anfangen: eine Aufgabe, gut gelöst, statt eines Alleskönners, der überall ein bisschen hilft.
- Router vor Schleife: Wenn die Abläufe bekannt sind, erkennt ein günstiger Modellaufruf die Absicht und normaler Code erledigt den Rest. Mehr dazu in KI-Agent in die eigene App integrieren.
- Feste Texte, wo es geht: Nicht jede Antwort muss ein Modell formulieren. Bestätigungen und Fehlermeldungen dürfen Vorlagen sein.
- Nicht sparen an Tests und Leitplanken. Ein Agent, der einmal eine falsche Buchung auslöst, kostet mehr Vertrauen, als die eingesparten Tage wert waren.
Häufige Fragen
Was kostet die Entwicklung eines KI-Agenten?
Ein Wissens-Chatbot ist in einigen Tagen umgesetzt, ein Agent mit wenigen Werkzeugen an einer vorhandenen API in zwei bis vier Wochen, ein tief ins Produkt integrierter Agent ab etwa sechs Wochen. Bei einem Tagessatz von 900 € netto ergibt sich daraus der Rahmen; das konkrete Angebot hängt von den anzubindenden Systemen ab.
Wie hoch sind die laufenden Kosten eines KI-Agenten?
Die Modellkosten hängen von Modellgröße, Kontextlänge, Zahl der Schritte und Antwortlänge ab. Mit einem kleinen Modell liegt ein Gespräch oft unter einem Cent, mit großen Modellen und vielen Schritten bei einigen Cent. Dazu kommt die Betreuung, bei mir ab 300 € im Monat.
